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KLEIN, ABER FEIN

Adelaide & Kangaroo Island

Ferien in Adelaide und auf Kangaroo Island

Adelaide hat sich die Atmosphäre und den Stil einer ruhigen, beschaulichen Kleinstadt bewahrt. Zwischen modernen Hochhäusern liegen grosse Parks und Grünflächen, die der Stadt den Beinamen «grüne Hauptstadt» eingebracht haben. «Grün» ist für die Einwohner von Adelaide das Schlüsselwort: Meist lassen sie das Auto stehen und sind lieber zu Fuss oder mit dem Velo unterwegs. Einheimische wie Touristen können kostenlos Velos ausleihen. Erkunden Sie die zahlreichen Museen der Stadt mit dem Velo oder besuchen Sie den Central Market. Im Hafen von Adelaide öffnen viele urige Pubs in Gebäuden aus dem neunzehnten Jahrhundert ihre Türen. Tagsüber können Sie auf dem Port River Kajak fahren. Wer weiss, vielleicht sehen Sie sogar den einen oder anderen Delfin.

Von Adelaide nach Kangaroo Island

Adelaide ist zudem der Ausgangspunkt, um Kangaroo Island mit seinen herrlichen Küsten und malerischen Klippen oder das berühmte Weinbaugebiet des Barossa Valley zu entdecken.

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Australien_South Australia_Adelaide_Flinders Ranges Way_Auto vor Bergen / Fotocredit: Adam Bruzzone
Tourism Australia
Tourism Australia

Darwin – Adelaide Explorers Way

Mitten durchs Zentrum!

Der Name ist Programm: Auf dem Explorers Way folgen Autofahrer den Spuren der ersten australischen Entdecker – und werden selbst zu Entdeckern einer enormen landschaftlichen Vielfalt. Die über 3300 km lange Strecke von Darwin nach Adelaide führt durch tropische Wälder und mediterran anmutende Weinberge. Und natürlich durch die Landschaften des Outback. Kennen Sie John McDouall Stuart? Den ersten Weissen, der 1862 das Rote Zentrum durchquerte – oder sagt Ihnen zumindest der Stuart Highway etwas, der seinen Spuren folgt? Die Australier können darüber nur schmunzeln. Jeder kennt die legendäre Verbindungsstrasse quer durch den Kontinent Down Under, auch wenn nur wenige sie selbst befahren haben. Da ausländische Besucher mit Mr. Stuart offensichtlich wenig anfangen konnten, gab man dem Stuart Highway vor einigen Jahren einen zweiten Namen:

Explorers Way. Das klingt gleich viel abenteuerlicher. Und ob Strassenname oder nicht – unterwegs sind hier ohnehin nur Langstreckenfahrer. Hunderte Kilometer fahren, ohne eine Stadt oder auch nur ein Haus am Horizont zu sehen – wo gibt es so etwas in Europa? Selbst im Zeitalter klimatisierter Autos und asphaltierter Strassen vermittelt der Explorers Way echtes Abenteuergefühl. In den weiten, unwirtlichen Gebieten prägen karge Landschaften und Salzseen die rund 3300 km lange Strecke. Wegen der langen Distanzen zwischen den einzelnen Etappen braucht es Zeit und Geduld. Gut zu wissen: Insgesamt sollten Sie für den Explorers Way etwa zwei Wochen einplanen. Wer das Erlebnis der langen Distanzen noch ausdehnen möchte, nimmt Uluru oder die Flinders Ranges in die Reiseroute auf. Schon nach ein, zwei Stunden Fahrt ab Darwin kann Ihr Programm ins Wanken geraten. Im Litchfield-Nationalpark können Sie einen halben Tag, aber ebenso gut mehrere Tage verbringen. Die eindrücklichsten der zahlreichen Wasserfälle sind die Tolmer, Florence und Wangi Falls, die die schönsten Badeplätze im Norden Australiens speisen. Die Einwohner von Darwin kommen am liebsten am Wochenende hierher, um zu baden und sich zu erholen. Vom kurzen Ausflug bis zum knapp 40 km langen Tabletop Walk ist für jede Kondition etwas dabei.

Ganz oben in der Rangliste der Nationalparks stehen der Litchfield- und der Kakadu-Nationalpark. Dafür verlassen Sie den Explorers Way in Pine Creek und folgen dem Nature’s Way. Für diesen Abstecher ist ein Geländewagen nötig. Nicht umsonst wurde Kakadu gleich zweimal ins UNESCO-Welterbe aufgenommen: einmal als Naturwunder und dann wegen seiner einzigartigen Kunst der Aborigines. In Ubirr und am Nourlangie Rock schwimmen Barramundis durch die Felsen, Jäger mit Speeren sind zu sehen, Schildkröten paddeln und Kängurus gehen auf die Jagd. All das natürlich in den Fels geritzt. Die Bootsfahrt auf dem Yellow Waters Billabong ist der Traum jedes Ornithologen. Brolgakraniche, Jabirus und Seeadler sind nur drei der über 200 Vogelarten, die Sie beobachten können. Ein gutes Fernglas ist Gold wert! Die Jim Jim und Twin Falls sind zwischen 150 und 200 Meter hoch und schon von weitem sichtbar. Zurück in Pine Creek führt Sie die zweispurige Teerstrasse nach Katherine – lassen Sie sich vom Wort «Highway» beim Stuart Highway nicht täuschen. Erste Aktivität: Bootsfahrt oder Kanutour in der einzigartigen Katherine Gorge, die eigentlich aus 13 Schluchten besteht. Es ist immer wieder eindrücklich, an den steilen Felswänden vorbeizufahren, besonders am Abend, wenn die Felsen in leuchtendem Rot erstrahlen. Oberhalb der Schlucht führen mehrere Wanderwege zu spektakulären Aussichtspunkten. Wer noch höher hinaus und die ganze Schlucht überblicken möchte, bucht einfach einen Helikopterrundflug. Dabei sehen Sie auch die Edith Falls, die ebenfalls im Nitmiluk-Nationalpark liegen. Wer sie zu Fuss besucht, hat den Vorteil, dort baden zu können. Zum Glück gibt es hier nur die kleinen, harmlosen Süsswasserkrokodile. In Mataranka bietet sich eine seltene Gelegenheit – ein 34 Grad warmes Naturbecken unter Bäumen und doch mitten im Outback. Die folgenden zweieinhalb Stunden Fahrt sind eher eintönig. Wach werden Sie auf der Höhe von Daly Waters. Geländegängige Lastwagen, Musik und ein Kind an der Tankstelle verraten, dass im Weiler mehr als 16 Menschen leben müssen. Im landesweit bekannten Outback-Pub hängen BHs von der Decke, die Jukebox kämpft gegen das Gegröle bärtiger, tätowierter Gäste an, und die Barmaids zapfen fleissig Bier. Erst 14 Uhr? Egal. Geld oder Beruf scheinen hier keine Rolle zu spielen. Am nächsten Morgen geht es mit dem einen oder anderen Ohrwurm Richtung Süden. Mehr oder weniger direkt. Nach über 400 km wartet in Tennant Creek eine grosse Auswahl an Aktivitäten: Goldwaschkurse, Geschichtsstunden in der alten Telegrafenstation, Begegnungen mit der Kunst der Aborigines und Geschäfte. 100 km südlich von Tennant Creek liegen die Devils Marbles: gewaltige, rund geschliffene Granitfelsen, die über ein weites, flaches Tal verstreut sind. Ihr Durchmesser reicht von 50 Zentimetern bis 6 Metern.

Für einen Halt im «Wycliffe Well Holiday Park» gibt es zwei Gründe: Zum einen können Sie hier günstig Diesel tanken, zum anderen bietet er eine der grössten Bierauswahlen Australiens. Über 55 Sorten werden ausgeschenkt, mehr als irgendwo sonst im Northern Territory. Wycliffe Well ist eine Oase in der Wüste und Australiens Hochburg der UFO-Sichtungen. Von hier geht es weiter in die «Hauptstadt des Roten Zentrums», Alice Springs. Nach vier bis fünf Stunden reiner Fahrzeit ist es eine Freude, «The Alice» zu erreichen. Die Stadt mit 27 000 Einwohnern markiert nicht nur die Mitte des Kontinents, sondern ist auch eines der Zentren der Kultur der Aborigines: Nirgendwo sonst finden Sie so viele Galerien mit Aborigine-Kunst auf so engem Raum. In Alice Springs können Sie ein Auto mieten und entweder auf dem Red Centre Way die malerischen Sehenswürdigkeiten Kings Canyon, Uluru und Kata Tjuta (siehe Kasten) besuchen oder auf dem Explorers Way weiter nach Süden fahren. Machen Sie einen Abstecher ins Rainbow Valley, das auf den letzten Kilometern nur über eine Naturstrasse erreichbar ist. Warum das Tal diesen Namen trägt, wird schnell klar: Durch die Verwitterung des eisenhaltigen Sandsteins sind farbige Felsbänder entstanden, deren Farbpalette von Weiss bis Dunkelrot reicht. Der erste erwähnenswerte Halt in South Australia ist das Städtchen Marla mit nur 70 Einwohnern. Man übernachtet gern hier, auch weil sich hier die Wege trennen. Für viele stellt sich die entscheidende Frage: Wie geht die Reise weiter? Entweder auf dem Explorers Way weiter nach Süden über Coober Pedy oder ostwärts durch die Painted Desert (siehe Kasten «Oodnadatta Track») und dann über die Flinders Ranges nach Adelaide? Wer mit dem Zug von Darwin via Marla reist, hat diese Wahl nicht. Die einzige Bahnverbindung zwischen Nord- und Südküste Australiens fährt ohne Halt bis Coober Pedy. Wer von Adelaide aus nach Norden reist, hält hier. Das geschieht zweimal pro Woche, wenn «The Ghan» seine Fahrt durch vier Klimazonen für zwei Stunden unterbricht. Insgesamt braucht der legendäre Touristenzug rund 54 Stunden für die 2979 km lange Strecke Darwin–Adelaide. Coober Pedy mit rund 1600 Einwohnern gilt nach all der Wüste schon als Kleinstadt. Die «Welthauptstadt des Opals» ist nicht nur für ihre weissen Edelsteine berühmt, sondern auch für die unterirdischen Häuser, Hotels und Kirchen, die die Bewohner in den Untergrund gebaut haben, um der gnadenlosen Sommerhitze zu entkommen. Das Desert Cave Hotel ist das einzige unterirdische Vier-Sterne-Hotel der Welt, knapp die Hälfte der 50 Suiten liegt unter der Erde.

Glaubt man den Rückmeldungen der Gäste, schläft man in diesen natürlich kühlen Zimmern besonders erholsam. Erfrischung bietet der Pool oder ein eisgekühlter Cocktail an der unterirdischen Bar. Tipp: Bei der «Mail Run Tour» können Sie einen Tag lang an Bord eines riesigen 4x4-Fahrzeugs mit dem Postboten durch die Wüste fahren. Während er seine Post in die entlegensten Briefkästen verteilt, bleibt Zeit, sich kennenzulernen. Nicht vergessen, sobald Sie am Steuer sitzen: die «Road Trains». Die bis zu 100 Meter langen Lastwagen sind ohne Zweifel die Könige der Strasse. «A lot of nothing» nennen die Australier diese Buschlandschaft, die drei Viertel des Kontinents einnimmt, aber nur von 0,3 % der Bevölkerung bewohnt wird. Auf der langen, von mehreren Salzseen gesäumten Strecke Richtung Port Augusta scheint die Bevölkerungsdichte noch geringer. In Port Augusta mit seinen 14 000 Einwohnern trifft Sie die Zivilisation mit voller Wucht. Der Blick aufs Meer kündigt das nahe Ende der Reise an. Wer das nicht wahrhaben will, flüchtet ins Wadlata Outback Centre, das zu einer Zeitreise ins Zeitalter der Dinosaurier einlädt, oder stellt das GPS wieder Richtung Landesinneres.

Auch wenn Adelaide über den Explorers Way in drei bis vier Stunden erreichbar ist, sollten Sie dennoch zwei bis drei Tage für die Flinders Ranges einplanen – und zusätzliche Speicherkarten für Ihre Kamera. Die 500 km lange Bergkette bietet mit tiefen Schluchten und zerklüfteten Felsformationen ständig neue Fotomotive. Höhepunkt der drei (!) Nationalparks ist der Wilpena Pound, der einem riesigen Amphitheater aus Fels gleicht. Entstanden ist das Becken durch jahrtausendelange Erosion, welche die weicheren Gesteinsschichten im Inneren nach und nach abgetragen und am Rand eine Schicht aus hartem Gestein zurückgelassen hat. Steigen Sie in eine Cessna und bestaunen Sie dieses Naturphänomen aus der Luft! Auf Mountainbiker warten über 200 km Trails, und auch Wanderer kommen auf ihre Kosten. Einige Wege führen bis an den Kraterrand. Tipp: Der Aussichtspunkt Yacca bietet eine herrliche Aussicht. Doch es gibt noch viele weitere. Das Bunyeroo Valley sowie die Parachilna und Brachina Gorge, wo sich mit etwas Glück die seltenen Gelbfuss-Felskängurus beobachten lassen, sind weitere Naturschauspiele für alle, die nicht genug bekommen können.

Das entspannte «Prairie Hotel» ist nicht nur bei Filmemachern beliebt, sondern auch für seine ausgezeichnete Küche bekannt. Auch das Städtchen Blinman mit seiner historischen Mine ist ein lohnendes Ziel in der Nähe. 150 km entfernt besitzt Arkaroola das einzige Observatorium im Outback sowie den Sillers Lookout – Höhepunkt der Ridgetop Tour.

Letzte Etappe! Jetzt wird es angenehm, fast mediterran. In der Region liegen das Clare Valley, eines der ältesten und besten Weinbaugebiete Australiens (die Riesling-Region schlechthin), sowie das nicht minder bekannte Barossa Valley. Hier sind grosse Weinproduzenten wie Jacob's Creek, Penfolds, Peter Lehmann, Seppeltsfield und Yalumba zu Hause, die Shiraz, Cabernet Sauvignon und Riesling in grossem Stil exportieren. Ihre Weingüter bieten Führungen durch die Rebberge, Weinseminare und preisgekrönte Restaurants mit fantastischer Aussicht. Auch Degustationen in den kleinen Kellereien haben zweifellos ihren Reiz. Wer nach all den Kilometern der letzten Wochen keine Lust mehr hat, ins Auto zu steigen, findet das Beste in der «Wined Bar» des National Wine Centre of Australia im Herzen von Adelaide. Hier haben Sie die Wahl zwischen 120 grossen Weinen des fünften Kontinents – die Informationen zu den Weinen gibt es gratis dazu. Ein würdiger Schlusspunkt für ein grosses Abenteuer.

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