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IM NORDEN AUSTRALIENS

Darwin

Ferien in Darwin

Darwin ist die nördlichste Stadt Australiens und dank ihrer geografischen Lage auch Ausgangspunkt für Reisen nach Südostasien. Das multikulturelle Flair und die konstante tropische Wärme verleihen Darwin einen besonderen Charakter und machen die Stadt zu einer idealen Feriendestination. Die zahlreichen Sehenswürdigkeiten sollten jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die wahre Schönheit der Region ausserhalb der Stadt liegt. Die Auswahl an Ausflügen in die umliegenden Nationalparks ist gross. Verpassen Sie nicht den berühmten Mindil Beach Sunset Market (während der Trockenzeit jeden Donnerstag und Sonntag). Geniessen Sie die vielfältigen Köstlichkeiten, die auf diesem Markt angeboten werden, bevor Sie gemütlich vom Strand aus den Sonnenuntergang erleben. In den lokalen Museen können Sie Kunst der Aborigines bewundern und mehr über die teils tragische Geschichte Darwins erfahren.

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Von Perth nach Darwin – Land der Gegensätze

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Tourism Australia
Tourism Australia

Lebende Fossilien und Berge wie Bienenkörbe, rotes Outback und blaue Küsten, farbenprächtige Riffe und tosende Wasserfälle: Die Route von Perth nach Darwin wird von aussergewöhnlicher Natur gesäumt. Wer das entspannte Stadtleben von Perth und seine gepflegten Strände genossen hat, nimmt den Great Eastern Highway und fährt durch die Vororte nach Midland. Hier, im Tal des Swan River, beginnt der Great Northern Highway.

Mit den sanft gewellten Hügeln der Darling Ranges und ruhigen Bauerndörfern beginnt die Route beschaulich. Nach dem Moore River Nationalpark mit seiner unberührten Heidelandschaft und blühenden Banksia-Sträuchern biegen wir beim Windmill Roadhouse Richtung Küste ab und fahren auf dem Indian Ocean Drive zum Nambung Nationalpark. Die verwitterten Kalksteinsäulen ragen bis zu vier Meter hoch aus dem gelbgrauen Quarzsand uralter Dünen, auf denen endemische Dryandra-Arten mit gelben und weissen Blütenbüscheln und dunklem Laub Akzente in der gelben Wüste setzen. Erleben Sie die Pinnacles im Licht der auf- oder untergehenden Sonne! Eine ungeteerte Rundstrecke führt durch den Park, die Sie mit dem Camper oder Mietwagen auch ohne Allradantrieb problemlos bewältigen – die Sandpiste ist steinhart. Ergänzt wird die Fahrzeugschleife durch einen 1,5 km langen Wanderweg. Starten Sie den Desert View Trail auf dem Parkplatz. Danach lockt die «Lobster Shack» in Cervantes mit frischem Hummer zum Mittagessen. Wie er gefangen wird, erleben Sie hautnah auf der Tour «Lobster Pot Pulling»! Vorbei an Badeorten wie Leeman führt uns der Indian Ocean Drive bei Dongara zurück auf den Highway 1, auf dem wir rasch die Sun City Geraldton erreichen – selbst im Winter, im Juli, ist es hier dank der vielen Sonnenstunden mindestens 20 Grad warm! Nördlich von Northampton sehen wir den Dingozaun. Der mehrere tausend Kilometer lange Zaun soll das südliche Agrarland vor Wildhunden und Kaninchen schützen.

Dieses Ziel wird zwar nur mit mässigem Erfolg erreicht, der Zaun wird aber nach wie vor unterhalten und überwacht. Der weite Busch wird immer einsamer. Bis Carnarvon gibt es am Highway keine Dörfer mehr, nur noch drei Roadhouses – Billabong (in der Sprache der Aborigines «Wasserloch»), Overlander und Wooramel. Füllen Sie den Tank immer auf, sobald die Tankanzeige auf halb steht! Und erleben Sie bei einem Flat White oder einer Tasse Tee die einzigartige Atmosphäre dieser Versorgungsstationen im Nirgendwo.

Wer Kalbarri mit seinem Nationalpark und der zerklüfteten Felsküste besuchen möchte, kann den Highway heute bereits in Northampton verlassen – eine gut ausgebaute Rundstrecke ergänzt die bestehende Zufahrtsstrasse. Sie erschliesst fantastische Felsformationen, die Sie von Aussichtspunkten aus bewundern können, und zwei Skywalks: Seit 2020 ragen sie 20 Meter in die Schlucht hinaus – 100 Meter hoch über dem Murchison River! Im australischen Frühling überzieht ein prächtiger Wildblumenteppich den Nationalpark. Ein weiteres beliebtes Fotomotiv ist der Felsbogen Nature's Window, zu dem ein leichter, 800 Meter langer Wanderweg führt. Die Zufahrt zum UNESCO-Weltnaturerbe Shark Bay beginnt beim Overlander Roadhouse. Auf dem 26. Breitengrad führt sie zuerst zum Hamelin Pool mit seiner alten Telegrafenstation und ganz besonderen Lebewesen: den Stromatolithen – winzigen blaugrünen Cyanobakterien, die vor 3,5 Milliarden Jahren aus der Ursuppe der Ozeane Biomasse erzeugten, aus der sich alles Leben entwickelte. Shell Beach besteht aus einer bis zu zehn Meter dicken Schicht aus Milliarden schneeweisser Muschelschalen. Von der Steilküste des Eagle Bluff sehen wir Mantarochen im Meer tanzen. In Monkey Mia kommen die Delfine seit über 50 Jahren ins seichte Wasser am Strand, wo Ranger sie den Besuchern vorstellen, sie mit einer Handvoll Fisch füttern und ihre Lebensweise erforschen. Nur mit Allradfahrzeugen können Sie den François Peron Nationalpark mit seinen Angelplätzen und versteckten Stränden ganz im Norden der Shark Bay entdecken. Wer Austern liebt, kann sie an den Felsbänken des Indischen Ozeans sammeln und gleich am Strand geniessen oder grillieren. Schnorchler begegnen mit etwas Glück sogar einer echten Seekuh: Shark Bay beherbergt auch die grösste Dugong-Population der Welt.

Die Shark Bay markiert eine Klimagrenze. In den Plantagen von Carnarvon ersetzen Bananen und Melonen die Äpfel. Bewässert werden sie vom Gascoyne River, der nur an 120 Tagen Wasser führt. Früher waren Rinder und Schafe das landwirtschaftliche Standbein der Region. Bereits 1880 erhielt Carnarvon für die Verladung eine 1,8 km lange Landungsbrücke – damals eine Premiere im Bundesstaat. Heute zuckelt die nostalgische Schmalspurbahn «Coffee Pot» bis zum Kopf der Brücke, wo Angler die delikaten Gelbflossenbrassen aus den Fluten ziehen.

Nördlich von Carnarvon folgt das Minilya Roadhouse, ein exotischer, tierreicher Rastplatz nahe dem Wendekreis des Steinbocks. Jetzt wird es tropisch und überaus idyllisch, wie der Abstecher nach Coral Bay beweist: leuchtendes Weiss am Strand, Türkisblau im Meer. Die Entdeckungstour in die Unterwasserwelt der nahen Korallenriffe beginnt direkt am Strand. Unternehmen Sie eine Tierbeobachtungsfahrt im Glasbodenboot! Die wahren Riesen sind die Fische, die bis zum Ningaloo Reef, einem UNESCO-Weltnaturerbe, schwimmen: Von März bis Juli lassen sich Walhaie beobachten. Der graue Riese mit den weissen Tupfen wird bis zu 18 Meter lang, dreimal so lang wie der Weisse Hai, und ist völlig harmlos. Er ernährt sich ausschliesslich von Zooplankton – Fischlarven, kleinen Fischen und Tintenfischen –, das er durch seine über tausend Zähne einsaugt. Erleben Sie die grössten Fische der Welt beim Tauchen oder Schnorcheln! Von Juni bis November verwandeln Buckelwale den Ningaloo Marine Park in einen «Humpback Highway»; 529 Fisch- und 250 Korallenarten sorgen das ganze Jahr über für ein einzigartiges Farbenspiel am grössten Saumriff Australiens.

Oft liegen seine Korallengärten nur 20 Meter von den weissen Sandstränden der Küste entfernt. Der Cape Range Nationalpark begleitet die Küste mit seinen zerklüfteten Sandsteinklippen, tiefen Canyons und 50 Kilometern unberührtem Strand, wo sich das luxuriöse Safaricamp Sal Salis in den Dünen versteckt. Mit dem Quad, dem wendigen vierrädrigen Begleiter, gelangen Sie in versteckte, zu Fuss schwer erreichbare Winkel der Korallenküste, zum Yardie Creek und weiter auf die Exmouth-Halbinsel mit ihren Stränden und Kalksteinbergen.

Doch warum immer den Highway 1 der Küste entlang nehmen? Auch im Landesinnern gibt es Naturwunder wie den spektakulären Karijini Nationalpark, der die Urzeit der Erde offenbart: vier Milliarden Jahre altes, rot leuchtendes Gestein, riesige Schluchten, in denen Wasserfälle in bis zu 100 m tiefe, mit eiskaltem, klarem Wasser gefüllte Becken stürzen. Inmitten gelbgrüner Spinifex-Grasflächen ragen Termitenhügel empor, und hier und da erhebt sich ein majestätischer Eukalyptus über das niedrige Buschwerk. Wanderwege unterschiedlicher Länge führen zu den Aussichtspunkten und den schönsten Orten des Parks. Das dort abgebaute Eisenerz wird mit Hunderte Meter langen Güterzügen nach Port Hedland gebracht, dem Umschlagplatz für die Erze der Pilbara-Region und Standort der Salzgewinnung. Riesige weisse Salzkegel umrahmen die Stadt, die seit den 1960er-Jahren dank dem Bergbau einen enormen Aufschwung erlebt. Weiter nördlich liegt der 80 Miles Beach, der endlose Strand am Rand der Great Sandy Desert, die hier auf den Indischen Ozean trifft. Von Mai bis Oktober lässt sich an der Küste in Vollmondnächten ein einzigartiges Naturschauspiel bewundern: die «Staircase to the Moon». Die Treppe zum Mond ist eigentlich eine optische Täuschung. Zieht sich das Wasser bei Ebbe zurück, spiegelt sich der aufgehende Mond in den kleinen Pfützen, die am Strand zurückbleiben – so entsteht der Eindruck einer Treppe, die sich am Horizont bildet. Zwischen Port Hedland und Broome wird das Ereignis mit farbenfrohen Kunsthandwerksmärkten, lokalen Musikern und talentierten Strassenkünstlern gefeiert.

Sobald die funkelnden Sterne des Tropenhimmels von den ersten Sonnenstrahlen vertrieben werden, begrüssen die Kookaburras den Tag. Tausende müssen es sein, die sich in den Bäumen von Broome verstecken. Vor dem feuerroten Himmel, der über den flachen Bungalows leuchtet, macht eine Kamelkarawane am Cable Beach Halt. Der 22 km lange Traumstrand am Indischen Ozean ist bei Sonnenauf- und -untergang Kult in der Tropenhauptstadt Westaustraliens. Seinen Namen verdankt der berühmte Strand dem ersten Überseekabel, das hier ins Meer verlegt wurde. Einst waren es Perlenfischer aus China, die Broome prägten und ein kleines Chinatown gründeten – heute ist es das Ausgeh- und Einkaufsviertel der Stadt. Die Perlenindustrie lockte auch Japaner an, die auf dem japanischen Friedhof von 1896 ihre letzte Ruhe fanden. Ihre 707 Grabsteine wurden aus verschiedenfarbigem Strandgestein gefertigt. Im Perlenmuseum erfahren Sie, wie Südseeperlen gezüchtet werden. Richtig romantisch ist eine Fahrt mit einem alten Perlenlogger durch die Roebuck Bay in den Sonnenuntergang. Broome – das bedeutet für die einen: Dolce Vita in den Tropen. Die anderen starten hier ihre Durchquerung des fünften Kontinents auf dem Savannah Way. Dort weichen die süssen Noten des Frangipani dem würzigen Duft von Saltbush und Mallee. Wie ein breites Asphaltband zieht sich die Strasse schnurgerade durch den Busch. Am Strassenrand dösen Kängurus, ein Road Train donnert vorbei. Einmal in Fahrt, halten die bis zu 53 m langen Megatrucks mit 800 PS, 18 Achsen, 70 Rädern und 93 000 Litern Treibstoff nur ungern an – Tiere, die auf die Strasse hüpfen, prallen gnadenlos gegen die riesigen Stossstangen. Immer mehr seltsame Bäume wachsen im Busch: Boabs – in Derby wurde ein Flaschenbaum so gross, dass man seinen Stamm aushöhlte und als Gefängnis nutzte!

Die legendäre Gibb River Road erwartet nun die Offroad-Fans: Die historische «Beef Road», die einst die grossen Rinderfarmen der Kimberley verband, ist nur auf den ersten 74 Kilometern asphaltiert. Danach ist die Alternative zum Highway eine echte Wellblechpiste, mal steinig, mal sandig – und während der Regenzeit von November bis April gesperrt. Sieben Schluchten säumen die legendäre Piste. Besonders eindrücklich ist die Windjana Gorge, die der Lennard River in die Napier Range gegraben hat. Die Felswände ragen fast 100 m hoch auf. Pilze haben den Kalkstein schwarz gefärbt, Eisenoxid dunkelrot. Echtes Stockman-Feeling kommt auf den grossen Rinderfarmen auf, den Cattle Stations wie Mount Elizabeth an der Gibb River Road. Auf der Bullo Station, der grössten Rinderfarm im Northern Territory, erleben Sie den Alltag der australischen Cowboys authentisch – und schauen ihnen nicht nur bei einer gemeinsamen Jeepfahrt zu, sondern packen auch selbst mit an.

Nur mit dem Geländewagen erreicht man ein Weltnaturerbe, das ein Filmteam 1983 zufällig entdeckte: die Bungle Bungle Range. Die einheimischen Kija-Aborigines kannten die Sandsteinkuppeln schon seit über 20.000 Jahren. Heute gehören sie zum Purnululu Nationalpark, einem faszinierenden Paradies für Wanderungen in der Wildnis. Vom Parkplatz Piccanniny führen Wege zur Cathedral Gorge, einer riesigen Höhle mit Wasserloch, und zu einem Aussichtspunkt mit 360-Grad-Rundblick über unberührte Natur.

Später folgen wir einem ausgetrockneten Bachbett in den immer enger werdenden Echidna Chasm, wo urzeitliche Livistona-Palmen filigran vor den tiefroten Sandsteinwänden aufragen und schliesslich kaum noch ein Sonnenstrahl den Boden erreicht. Nicht nur in den Bungle Bungles, sondern auch später in Kununurra nutzen wir die Gelegenheit zu einem Rundflug. Aus der Luft erkennt man die Weite der Naturparks am besten. Die Felskuppeln reichen bis zum Horizont. Viermal so gross wie der Bodensee glitzert der Lake Argyle unter uns. Am Südufer fördert eine Mine begehrte Edelsteine, die es nur hier gibt: rosa Diamanten.

Wyndham ist die Heimat der Big Crocs. Riesige Salties – Leistenkrokodile von bis zu acht Metern Länge – lauern im Wasser: Der Crocodile Lookout am alten Kai des Schlachthofs ist der ideale Ort, um Krokodile zu beobachten! In Wyndham endet der Great Northern Highway. Der Savannah Way folgt nun dem Victoria Highway bis Katherine im Northern Territory (NT) und streift zwei Nationalparks, die – noch – als Geheimtipps gelten: den Keep River Nationalpark mit seinen uralten Felsmalereien der Aborigines und das riesige Offroad-Paradies Judbarra (Gregory Nationalpark) mit seinen imposanten Boab-Bäumen. In Timber Creek halten die Einheimischen ihre Angelruten in den Victoria River. Sie hoffen, dass ein Barramundi anbeisst. Der delikate Riesenbarsch ist auch die Lieblingsspeise der Krokodile, die unter der Oberfläche in der trüben Strömung lauern. Überall am Ufer warnen Schilder vor den Echsen. Weniger gefährlich als die «Salties» sind die kleinen, scheuen «Freshies», die ihre Eier am Ufer des Katherine River ablegen. In 650 Millionen Jahren hat sich der Fluss seinen Weg durch den Fels gebahnt und 13 Schluchten mit 100 m hohen Sandsteinklippen geschaffen – die fünfte endet an einem idyllischen Sandstrand. Im Wasser treiben Paddler in Schwimmwesten und mit Akubra-Hüten. In der Regenzeit weichen die Kanus den Motorbooten, die die Schönheit der Schlucht erschliessen.

Im Nitmiluk Nationalpark (Katherine Gorge) säumen Schraubenpalmen die natürlichen Pools der Leliyn (Edith) Falls, in die tosende Wasserfälle stürzen. Das Land wird immer tropischer und grüner. In Pine Creek verlassen wir den Highway ein letztes Mal und folgen den alten Routen der ersten Siedler zum Litchfield Nationalpark, wo Wasserfälle und Naturpools wie die Florence und Wangi Falls oder das Buley Rockhole im üppigen Monsunwald zum Baden einladen. Der Table Top Track verbindet die schönsten Wasserfälle des Parks auf einer viertägigen Buschwanderung über das Table-Top-Sandsteinplateau. Die magnetischen Termitenhügel der Lost City ragen im Park bis zu sechs Meter hoch auf und sind exakt nach Nord-Süd ausgerichtet – so regulieren die Termiten im Innern die Temperatur.

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