Wer den Mythos Cunard und seine 175-jährige Geschichte verstehen will, muss etwas weiter ausholen. Denn Cunard hat mehr als einmal Geschichte geschrieben.
Zum ersten Mal schrieb Cunard mit der Gründung durch Sir Samuel Cunard Geschichte. Der kanadische Geschäftsmann von zurückhaltender und konservativer Natur erkannte Mitte des 19. Jahrhunderts das Potenzial eines Liniendienstes zur See zwischen Amerika und Grossbritannien. Als er am 4. Juli 1840 sein erstes Schiff, die Britannia, von Liverpool aus in die Neue Welt schickte, begann eine neue Ära der Seefahrt. Ohne Masten und Takelage war die Britannia etwa so gross wie das gleichnamige Restaurant auf der heutigen Queen Mary 2.
Die Abfahrt der Britannia am 4. Juli 1840 in Liverpool zur ersten Atlantiküberquerung schrieb Seefahrtsgeschichte. Sie war das erste Linienschiff, das den Atlantik überquerte. Nach einer Überfahrt von 14 Tagen legte die Britannia mit den neuesten Nachrichten in Amerika an und brachte auf dem Rückweg die Post aus Amerika nach Liverpool. So erhielt Cunard den Auftrag, die königliche Post zwischen Amerika und Grossbritannien zu befördern. Insgesamt fuhren 248 Schiffe unter der Flagge von Cunard, und jedes Schiff, das zwischen 1840 und 1969 zahlreiche Passagiere beförderte, war ein RMS – Royal Mail Ship! Allerdings war die Queen Mary 2 das einzige Schiff, das diesen Namenszusatz bei der Indienststellung offiziell trug; sie wurde auf den Namen RMS Queen Mary 2 getauft.
Auch bei einer der grössten Katastrophen der Seefahrt schrieb Cunard Geschichte. Als die Titanic der White Star Line am 15. April 1912 nach der Kollision mit einem Eisberg sank, traf das Cunard-Schiff Carpathia als erstes an der Unglücksstelle ein und brachte die Überlebenden nach New York. Die White Star Line, Eignerin der Titanic, wurde später von Cunard übernommen und besteht bis heute als Cunard’s «White Star» Service.
Ein weiteres Mal schrieb Cunard im Zweiten Weltkrieg Geschichte. Die Cunard-Ozeanriesen Queen Mary und Queen Elizabeth wurden als Truppentransporter eingesetzt. Auf einer dieser Überfahrten wurden 16 683 Passagiere an Bord der Queen Mary befördert – bis heute die höchste Zahl an Menschen an Bord eines Schiffes. Historiker sind sich heute einig, dass der Einsatz der beiden Cunard-Schiffe den Zweiten Weltkrieg in Europa um ein Jahr verkürzt hat.
Mit dem Stapellauf der Queen Mary 2 im Jahr 2003 schrieb Cunard erneut Geschichte: Die Queen Mary 2 ist heute der einzige Ozeandampfer, der regelmässig den Atlantik überquert. Neben den beiden klassischen Kreuzfahrtschiffen Queen Victoria und Queen Elizabeth bietet Cunard heute erstklassige Kreuzfahrten auf der ganzen Welt an.
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